Therapiekrankheit

Gestern hatte ich gefühlte 100 mal das Handy in der Hand, um meine Therapie abzusagen.
Wir hatten zwei Woche Pause, da fällt es mir immer am schwersten, wieder hinzugehen.
Mir kommt es dann oft so vor, als würd ich einem Fremden gegenübersitzen. Dauert nur ein paar Minuten, aber diese paar Minuten musst mal durchstehen 😂

Irgendwie hab ich mich doch durchgerungen. 
Nicht falsch verstehen, mein Therapeut ist super und echt nett. An ihm liegts nichts.

Aber, und das ist nicht so bei mir so, Therapie kann auch echt anstrengend sein. Denn du wirst immer wieder mit deinen grössten Sehnsüchten und tiefsten inneren Leid konfrontiert. Bei mir kommen wir komischerweise immer wieder sehr oft auf meine Mama. Haha. 
Ich sag, was mich diese Woche beschäftigt hat im negativen Sinne, und schwupps- ich bin wieder das 4 jährige Mädchen, das glaubt, dass seine Mutter sich umbringt, wenn es nicht nett und lieb ist und zu ihr steht statt zum Papa. 
Und dann werd ich böse. Böse auf sie, dass sie das mit mir gemacht hat. Böse auf mich, dass ich noch immer so an diesen Glaubenssätzen und ihr selbst hänge, obwohl ich schon 31 bin. Und hin und wieder böse auf den Therapeuten, dass er mich immer wieder in dieses Gedankenkarussell bringt und mir diese Glaubensätze ausreden will, obwohl mein Kopf das absolut nicht verstehen will, dass ich doch nicht so sein muss wie mir jahrelang eingeredet wurde. 

Es gibt für alles Tabletten.  Warum gibt es bitte keine, die dich deine Vergangenheit vergessen lässt? Oder so wie bei Frankenstein: dein Hirn wird neu installiert und es bleiben nur die Dinge, die dich gestärkt haben und die glücklichen Zeiten. Dass ich dann mit körperlichen Narben leben müsste wär mir sowas von egal. Besser körperliche als seelische. 

Das wär wohl zu schön und eventuell hätten wir dann nur eine Welt voller Egoisten und Größenwahnsinnigen. Vielleicht in 50 Jahren. Ich kann ja schon mal dafür sparen. 

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