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Glaubenssätze

Glaubensätze sind Sätze, die man in der Kindheit oft gehört hat, und die sich fest im Gehirn eingeprägt haben. Wenn du einmal zu deinem Kind sagst dass es nervt, wird es kein Trauma bekommen. Die Häufigkeit fällt da ins Gewicht. Typische Glaubensätze sind zB Du kannst das nicht. Dafür bist du nicht klug genug. Du bist zu dick oder zu dünn. Du bist zu laut oder zu leise. Du bist nicht gut genug darin.  Du bist nicht richtig. Da gibt es tausende. Wenn man diese als kleines Kind über Jahre hinweg immer wieder von den wichtigsten Bezugspersonen gesagt bekommt, glaubt man das irgendwann. Das prägt sich unglaublich ein. Natürlich gibt es Menschen,  die solche Dinge gehört haben und trotzdem selbstbewusste, starke Erwachsene geworden sind. Und es gibt auch Kinder, die die beste Erziehung genossen haben, und trotzdem depressiv oder süchtig geworden sind. Mein stärkster Glaubensatz ist definitiv: Du bist nicht gut genug. Nicht weil der genauso über mich oder zu mir gesagt wurde. Sonder...

Karma

Heute hat sich wieder mal bewiesen,  dass es Karma ja doch gibt. Ich wurde vor Jahren sehr sehr sehr tief verletzt von einem Menschen.  Und heute habe ich erfahren,  dass diesem Menschen jetzt genau das gleiche widerfahren ist, wie das was er mir angetan hat. Und ich hab mich SO GEFREUT!! Es gibt ja Menschen, die nicht nachtragend sind und ihren "Feinden" nichts Böses wünschen. Tja, ich gehöre definitiv zur anderen Sorte.  Ich bin unglaublich nachtragend. Nicht meine beste Eigenschaft. Aber ich gebs wenigstens zu 😂 Ich weiss so ziemlich alle Beleidigungen noch, die mir jemals an den Kopf geworfen wurden. Als ich zum Beispiel im Kindergarten wegen meines Kleides ausgelacht wurde, diese Szene hab ich noch komplett im Kopf.  Genauso das Gefühl dazu. Btw, das Mädchen wurde später eine meiner besten Freundinnen.  Ich denke auch nicht, dass niemand etwas Schlimmes verdient hat. Oh doch.  Menschen, die bewusst jemanden verletzen (oder ohne Erklärung nach 7 J...

Todeskrank

Ich habe einen Bekannten, der eine niederschmetternde Diagnose bekam. Krebs, Stadium 4 und 0.1 % Überlebenschance, 1-2 Jahre Lebenszeit. Es tut mir unglaublich leid für ihn. Und ich würde mir wünschen, dass er nächste Woche ankommt und sagt: Hey! Sie haben sich vertan, ich bin doch gesund! Wunschdenken eben. Aber das Leben spielt nicht so, und die Besten trifft es oft am Härtesten. Ich denke mir seitdem sehr oft, wie ich selbst auf so eine Nachricht reagieren würde. Und meistens kommt mir das Wort in den Kopf : Erleichterung.  Erleichterung darüber, dass ich einen fixen Zeitraum hätte, wo ich wüsste, dass es zu Ende ist. Und ich nicht mehr kämpfen und "überleben" muss.  Das hört sich für viele wahrscheinlich sehr brutal an. Leute, die das Leben lieben, verstehen diese Sichtweise nicht. Aber ich stelle es mir so vor. Ich dürfte vor den anderen in meiner Familie gehen. Sehr egoistisch von mir, aber ich würde es nicht aushalten,  wenn meine Mama oder meine Schwester inkl. de...

Körperwahrnehmung

Heute haben wir in der Therapie ein hitziges Thema gehabt. Hitzig deswegen,  weil ich meine Sichtweise nicht ändern werde und fast bockig geworden wäre wie ein Kleinkind.  Es ging um Gewicht und Zunahme.  Ich bin ja jetzt normalgewichtig. Und komme nicht so gut damit zurecht, denn ich fühle mich viel zu dick. Manche werden jetzt denken: die Alte hat Probleme.  Aber es ist halt in meinem Kopf. Meine Denkweise ist: Unglücklich bin ich ja sowieso, also lieber extrem dünn und unhappy als normal und unhappy. Und wenn ich wenigstens ganz ganz dünn bin, hab ich wenigstens etwas, dass mich aufbaut und auf das ich stolz sein kann. Ganz bekommt man die Sucht halt nicht aus seinem Kopf.   Ich seh mich auch nicht so im Spiegel wie mich andere sehen. Ich seh nur Rollen und Speckfältchen und zu breite Hüften und Oberschenkel. Am liebsten würde ich öfters das Messer nehmen und mir diese "Probleme " einfach abschneiden. Wenn ich Geld hätte, wär das allererste dass ich mir ...

Dinge, bei denen man auf mich neidisch sein könnte

Die Liste der Dinge, warum man nicht neidisch sein muss auf mich ist wesentlich länger 😂😂😂. Aber nachdem mein Selbstbewusstsein ja im Arsch ist, versuch ich mal mich ein bisschen zu pushen. Denkweise ändern und Dankbarkeit üben und so. Meine Eltern und meine Schwester leben noch. Sogar meine Omi kämpft sich wieder zurück (zähe Madame). Absolut nicht selbstverständlich, trotzdem würdige ich das ein bisschen zu wenig. Ich bin gesund. Ich hab meinen Körper ja über Jahre übelst zugerichtet. Und habe dennoch keine bösen (bis jetzt) Folgeschäden davongetragen.  Tinnitus und das Zittern sind Kleinigkeiten, mit denen ich leben kann. Ich bin 2 Jahre trocken. Für Nicht-Alkis natürlich nichts zum neidisch sein. Aber für Alkoholiker ist das eine tolle Zeit. Ich kann schlafen solange und soviel ich will. Ich bin keinem Rechenschaft schuldig oder trage Verantwortung für Kinder.  Ich kann ungeschminkt, im Jogger und ohne BH das Haus verlassen. Es ist mir sowas von egal, was andere dann vo...

Traurige Taubheit

Irgendwie fühl ich mich taub. Beziehungsweise wechseln sich Traurigkeit und Taubheit ab. Entweder ich bin traurig, meistens ohne richtigen Grund, oder ich fühl gar nichts und lebe so dahin. Ich könnte stundenlang im Bett liegen und an die Decke starren. Ich hab absolut auf nichts Lust.  Ich warte sehnsüchtig darauf, dass es dunkel wird um ins Bett gehen zu können. Und bitte bitte, ja keine Menschen.  Lebensmüde sagte mein Therapeut,  und das ist definitiv das richtige Wort. Und ja ich weiss, ich sollte nicht sudern und mir selbst in den Arsch treten. Aber momentan hab ich keine Kraft dazu. Und ich merke gerade, dass sogar das Aufstehen für die Arbeit um einiges länger dauert als normal, ich weniger konzentriert bin und sehr sensibel reagiere auf Lautstärke und Stress. Schlechtes Zeichen. Warum helfen diese verdammten Antidepressiva auch nicht? Ich HOFFE jedenfalls,  dass sie nix helfen, denn wenn das mein Leben ist mit voller Dröhnung Serotonin dann hawidere. Nein da...

Enttäuschung

Ich hab meine Antidepressiva erhöht. Nehm jetzt die volle Dosis Setralin. 200 mg, mehr geht nicht. Und ich hab mir echt was davon erhofft. Und was bringt es? Absolut überhaupt gar nichts. Fühl mich noch genauso beschissen wie vorher mit 150 mg. Wenn nicht sogar noch schlimmer. Wenn das überhaupt sein kann. Ich würde echt gern mal wissen, wie ich drauf wär, wenn ich gar keine Antidepressiva nehmen würde. Würde ich mir dann gleich den nächsten Strick suchen?  Kanns doch nicht geben, wie verdammt unsicher und ängstlich und überfordert man mit dem Leben sein kann.  Nie vor anderen. Natürlich nicht. Ich wäre eine gute Daily-Soap- Darstellerin, die ein glückliches Leben führt. Aber spätestens wenn ich allein bin kommen dann diese Gedanken.  Zu viel für die Welt, zu wenig für die Welt, zu traurig für die Welt, zu undankbar für die Welt. Bäh. Ich hasse es.  Und das soll ich echt noch ein paar Jährchen ohne Alkohol und illegale Glückspillchen durchdrücken? Na gratuliere....