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meine Schuld

Dass meine Mama und ich ein nicht immer leichtes Verhältnis haben, wisst ihr ja.  (Mein Therapeut würde jetzt lachen. "Nicht immer leicht"? Hahaha, Frau Lackner, reds dir ein) Aber wenn ich sagen müsste, was mich am allermeisten stört an unserer Beziehung, dann ist es die Schuldfrage ihrerseits. Denn egal was passiert ist, ich bin immer schuld. Und da übertreibe ich leider nicht. Egal was mir widerfahren ist, es gibt keine einzige Situation, wo ich nicht einmal hörte, dass ich schuldig war.  Als mein Ex mit mir Schluss machte, war ich in ihren Augen schuld, da ich ja keine gute Hausfrau und Schwiegertochter war. Als ich ein Reh zusammenführte, war ich schuld, da ich nicht besser aufgepasst hatte. Als ich weinte, da ich so depressiv war und mir das Leben nehmen wollte, war ich schuldig, denn ich könnte ja einfach anders denken. Als mein Cousin mich gehauen hatte oder mir als kleines Kind mit Brennesseln nachlief, war ich schuld, da ich ja in seiner Nähe war. Als ich ihr sagte,...

Geschwisterstreit

Meine Schwester und ich verstehen uns wahnsinnig gut. Kindheitstrauma verbindet hahaha. Obwohl wir immer als böses Kind und gutes Kind aufgespielt wurden, haben wir das irgendwie überwunden.  Vielleicht auch, weil ich seit der Jugend kontinuierlich das böse Kind bin. No hate, ich gönn es ihr. Aber trotzdem streiten wir öfters. Meistens deswegen,  weil ich sehr sehr selten genügend Energie hab,  um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Shoppen? Nur wenn ich was dringend brauche und einen guten Tag habe. Feste? Ganz selten, denn viele Leute machen mich soo müde. Auch die ganzen Veranstaltungen der Kleinen erschöpfen mich. Ich bin so oft wie möglich dabei, aber sie ist dann enttäuscht. Sie sagt es mir nicht ins Gesicht,  aber ich kann es an ihrem Gesicht oder ihrer Art zu Schreiben herauslesen. Auch dass ich oft und viel schlafe und einfach oft stundenlang in meinem Bett liege, geht ihr nicht ein.  Sie hat zwar selber auch eine leichte Menschenallergie und einen...

unnötiger Druck

Durch meinen verdammten Perfektionismus mach ich mir das Leben nicht grad leichter. Vor allem arbeitsmässig. Mein Chef ist gerade ein paar Wochen nicht da, deswegen schupf ich das Geschäft grad mit den anderen aus meinem Team. Und es nervt mich so dermaßen. Nicht die Arbeit, sondern mein Denken. Ich möchte, dass alle so arbeiten wie ich. Was natürlich nicht möglich ist, denn keiner arbeitet gleich und es wird schon einen Grund geben, warum ich Hauptvertretung bin und nicht wer anders. Obwohl ich echt ein super Team habe,  die schon oft bewiesen haben, dass es sehr wohl ohne mich und Filialleitung geht. Aber ich gebe sehr sehr sehr ungern Arbeit ab. Weil ich alles am liebsten selber mache. Ohne Hilfe wenn möglich. Weil, ohne jetzt zu hochnäsig rüberzukommen, dann weiss ich dass es passt. Und wenn es nicht passt, brauch ich nicht auf andere angefressen sein sondern nur auf mich selbst. Und dann bin ich natürlich öfters überfordert.  Und wenn ich dann doch mal delegiere und dann ...

Heroin Chic

Ich brauche meine paar Stunden Social Media am Tag. Ich kann nicht schlafen, ohne vorher Doomscrolling betrieben zu habe. Und meine TikTok FY Page (also die Videos, die dir angezeigt werden, weil du ein ähnliches länger als ein paar Sekunden angesehen hast) ist voll von wahnsinnig dünnen Mädels. Oft auch schon Magersüchtige. Die ihr Leben verherrlichen, zeigen, was sie an einem Tag so essen (oder eher nicht essen), Outfitschecks usw.  Trigger? Ja definitiv,  aber ich seh mir sowas soooo unglaublich gern an. Ich liebe dünne Bodies anzusehen.  Umso dünner, umso schöner, finde ich. Aber ich würd mir wünschen, dass manche echt keinen Content produzieren dürften. Was bei uns Kate Moss war, ist für die nächste Generation TT. Und somit werden viele Mädels wieder in den Teufelskreis  von Schlanksein und Nicht-Essen reingezogen. Aber mal ehrlich,  ich hab auch viele Frauen dabei, die Bodypositivity promoten und sich ja so wohl in ihrem Körper fühlten. Und jetzt komischer...

Glaubenssätze

Glaubensätze sind Sätze, die man in der Kindheit oft gehört hat, und die sich fest im Gehirn eingeprägt haben. Wenn du einmal zu deinem Kind sagst dass es nervt, wird es kein Trauma bekommen. Die Häufigkeit fällt da ins Gewicht. Typische Glaubensätze sind zB Du kannst das nicht. Dafür bist du nicht klug genug. Du bist zu dick oder zu dünn. Du bist zu laut oder zu leise. Du bist nicht gut genug darin.  Du bist nicht richtig. Da gibt es tausende. Wenn man diese als kleines Kind über Jahre hinweg immer wieder von den wichtigsten Bezugspersonen gesagt bekommt, glaubt man das irgendwann. Das prägt sich unglaublich ein. Natürlich gibt es Menschen,  die solche Dinge gehört haben und trotzdem selbstbewusste, starke Erwachsene geworden sind. Und es gibt auch Kinder, die die beste Erziehung genossen haben, und trotzdem depressiv oder süchtig geworden sind. Mein stärkster Glaubensatz ist definitiv: Du bist nicht gut genug. Nicht weil der genauso über mich oder zu mir gesagt wurde. Sonder...

Karma

Heute hat sich wieder mal bewiesen,  dass es Karma ja doch gibt. Ich wurde vor Jahren sehr sehr sehr tief verletzt von einem Menschen.  Und heute habe ich erfahren,  dass diesem Menschen jetzt genau das gleiche widerfahren ist, wie das was er mir angetan hat. Und ich hab mich SO GEFREUT!! Es gibt ja Menschen, die nicht nachtragend sind und ihren "Feinden" nichts Böses wünschen. Tja, ich gehöre definitiv zur anderen Sorte.  Ich bin unglaublich nachtragend. Nicht meine beste Eigenschaft. Aber ich gebs wenigstens zu 😂 Ich weiss so ziemlich alle Beleidigungen noch, die mir jemals an den Kopf geworfen wurden. Als ich zum Beispiel im Kindergarten wegen meines Kleides ausgelacht wurde, diese Szene hab ich noch komplett im Kopf.  Genauso das Gefühl dazu. Btw, das Mädchen wurde später eine meiner besten Freundinnen.  Ich denke auch nicht, dass niemand etwas Schlimmes verdient hat. Oh doch.  Menschen, die bewusst jemanden verletzen (oder ohne Erklärung nach 7 J...

Todeskrank

Ich habe einen Bekannten, der eine niederschmetternde Diagnose bekam. Krebs, Stadium 4 und 0.1 % Überlebenschance, 1-2 Jahre Lebenszeit. Es tut mir unglaublich leid für ihn. Und ich würde mir wünschen, dass er nächste Woche ankommt und sagt: Hey! Sie haben sich vertan, ich bin doch gesund! Wunschdenken eben. Aber das Leben spielt nicht so, und die Besten trifft es oft am Härtesten. Ich denke mir seitdem sehr oft, wie ich selbst auf so eine Nachricht reagieren würde. Und meistens kommt mir das Wort in den Kopf : Erleichterung.  Erleichterung darüber, dass ich einen fixen Zeitraum hätte, wo ich wüsste, dass es zu Ende ist. Und ich nicht mehr kämpfen und "überleben" muss.  Das hört sich für viele wahrscheinlich sehr brutal an. Leute, die das Leben lieben, verstehen diese Sichtweise nicht. Aber ich stelle es mir so vor. Ich dürfte vor den anderen in meiner Familie gehen. Sehr egoistisch von mir, aber ich würde es nicht aushalten,  wenn meine Mama oder meine Schwester inkl. de...