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Memme

Meine Mama hat heut zu mir gesagt, dass ich eine Memme bin, weil ich in Therapie bin. Da bin ich ausgezuckt. Denn ich bräuchte höchstwahrscheinlich keine Therapie, wenn: Sie meinen Vater früh verlassen hätte. Sie nicht jedes kleine Ding von mir kritisiert und mich seit ich denken kann für unfähig befindet. In allem.  Sie mich mal umarmt hätte oder "Ich hab dich lieb" gesagt hätte. Sie mich nicht bestraft hätte, wenn ich lustig, traurig, wütend, ängstlich, fröhlich usw war. Jede Emotion war und ist ihr zu viel. Sie mir nicht dauernd damit gedroht hätte, sich was anzutun oder nie wieder nachhause zu kommen, als ich klein war.  Sie mich einmal beschützt hätte, und nicht immer zu den anderen geholfen hätte, wenn mich jemand beleidigte oder mir weh tat. Sie mich als Kind nicht als Puffer zwischen ihren und Papas Streit benutzt hätte. Sie mich einmal besorgt gefragt hätte,  warum ich so dünn war oder warum ich Narben am Körper hab oder warum ich eine Vodkaflasche im Nachtkästch...

Nachtrag

Ok. Ich gebs zu. Das mit den Boobies war gelogen. Sind noch immer nicht vorhanden 😂

Kilofrust

Ich hab mich letztens gewogen. Und hätte heulen können. 63 Kilo sind für mich schon heftig.  Jeder der jetzt sagt ach bitte, scheiss dich net an. Ich hab in 1 1/2 Jahren 10 Kilo zugenommen, und das würde niemanden taugen. Aber wennst mal essgestört warst, ist jedes Kilo doppelt so schlimm.  Natürlich gibts gute Dinge dazu. Ich esse was ich will und wann ich will. Gesund? Nicht wirklich. Oft esse ich einen Tag fast nichts, am nächsten Tag dafür alles auf was ich Lust habe. Und seit ich keinen Alkohol trinke, bin ich absolut süchtig nach Süssem. Dazu nehme ich Quetiapin. Das ist ein Schlafmittel und bekannt für seine nächtlichen Heisshungerattacken. Also werd ich regelmäßig nachts munter und kann nicht mehr schlafen, bis ich eine Tafel Schokolade vernichtet habe, oder zwei 😅 Das nächste Gute ist, dass mir nicht mehr schwindelig wird, ich weniger Haare verliere und nicht mehr nur ans Essen oder Nicht-Essen denke. Achja- und ich hab wieder Boobies. Nicht viel, absolut nicht, aber...

Partyzeit

Ich hab grade ein neues Hobby entdeckt. Ich stalke ja unheimlich gern auf social media.   Und jetzt bin ich seit ein paar Wochen dabei, mir alle Fortgehfotos von früher auf Szene1 und Nitelife im Kremser und Horner Bezirk anzusehen. Für manche fix fad, ich finds sehr unterhaltsam.  Wenn ich mir die verbrannten Hendln mit den extrem dünn gezupften Augenbrauen und beigefarbenen Lippenstift inklusive Duckface anschaue, werde ich nostalgisch haha. Oder die " Krocha" von früher. Alle waren dabei:  Die typischen Dorfkinder,  die "Bauern", die eingebildeten oder gebildeten Städter,  die Alkis und die Emos. Oder die alten Männer, die auch irgendwie immer dabei waren und dir an den Hintern gefasst haben, wennst nicht bei drei am Baum warst. Die Typen mit ihren offenen Hemden mit dem Rosenkranz um den Hals, die "Clique", die einen eigenen Tisch hatte, die verliebten Pärchen mit Knutschflecken, die, die unbedingt anders als andere sein wollten.  Kann ich mir gar ...

Fake?

Ich werd öfters mal gefragt, wie ich das schaffe so stark zu sein. Denn wenn du mich auf der Straße triffst oder ich im Aufenthaltsraum in der Arbeit sitze, bin ich lustig ( hin und wieder wenigstens), lächle und lache und nehme aktiv am Gespräch teil.  Was ja mal so gar nicht zu meinem Blog passt.  Der ist ja eher deprimierend.  Und dann denk ich mir oft: Oh Gott, die anderen müssen glauben dass ich eine notorische Lügnerin bin und meine Geschichte im Blog so dramatisch darstelle,  um Mitleid zu erhaschen. Aber hier kommt die Wahrheit.  Ich kann einfach nicht über Gefühle reden. Mich könnte wer mitn Auto zusammenführen und wenn mich dann wer fragen würde wie es mir geht, dann würde ich höchstwahrscheinlich mit "ganz gut danke und dir"? antworten. Und die Schuld auf mich nehmen und den trösten, der mich zusammengeführt hat. Bei meinem Therapeuten ist mein erster  Standardsatz : Mir gehts eigentlich ganz gut. Der muss sich dann auch seinen Teil denken, voral...

Rückschritt

Genau in einem Monat feiere ich meinen 2. Geburtstag. Wer hätte gedacht, dass ich das überlebe. Ich jedenfalls nicht. Eigentlich ein Grund zur Freude, wäre ich nicht gerade so wahnsinnig enttäuscht von mir. Oder besser gesagt von meinem Hirn. Denn seit gestern ist der Suchtdruck zurück. Nicht so Knall-Bumm Vollgas und dann wieder vorbei. Sondern die gefährlichere Variante.  Die, die dir einreden will, dass es ja nur ein Glas wäre. Nur EIN Spritzer oder EIN Glas Wein, nichts Hartes.  Dieser Suchtdruck ist deshalb so schlimm, weil er dein Hirn austricksen will. Du weisst theoretisch ganz genau, dass es nicht bei einem Glas bleiben wird. Niemals niemals niemals nie. Und trotzdem wägst du ab.  Du vergisst die Schmerzen, die dir der Alkohol psychisch und physisch bereitet hat. Und du vergisst, was für ein absolut schlechter böser Mensch du warst, als du getrunken hast. Du denkst nur an den Schluck Wein, den dein Kopf sooo sehr will. Nur an den Vorteil,  dass dein Kopf mal...

Tod

Meine liebste Oma liegt im Sterben. Das bricht mir das Herzi. Sie ist eine Oma, wie sie im Buche steht. Sie hat mich nicht einmal geschimpft oder war böse auf mich, obwohl ich eine richtige Kröte sein könnte als Kind. Sie hat mir immer zugehört und mich als richtige Person angesehen mit eigenen Träumen und eigener Persönlichkeit,  auch schon als kleines Kind.  Wie oft bin ich bei ihr gesessen und hab mich wegen meinen Eltern bei ihr ausgeheult.  Sie hat ihr Leben lang gearbeitet,  und so viel Schlimmes erlebt, dass es für zehn Menschen reichen würde. Der frühe Tod ihrer Mutter, ihrer Geschwister, den Krieg, Armut. Dann noch der Tod ihres Kindes, meines Onkels vor ein paar Jahren. Trotzdem war sie nie verhärmt oder böse auf die Welt. Sie war immer freundlich und zu jeden Menschen gleich gut. Sie hat sich immer hinten angestellt. Sie ist so ein guter Mensch, solche gibt es selten. Egal wie wenig sie hatte, sie hat immer nur gegeben und nie etwas verlangt. Und ihre Enke...