Körperwahrnehmung
Heute haben wir in der Therapie ein hitziges Thema gehabt. Hitzig deswegen, weil ich meine Sichtweise nicht ändern werde und fast bockig geworden wäre wie ein Kleinkind.
Es ging um Gewicht und Zunahme.
Ich bin ja jetzt normalgewichtig. Und komme nicht so gut damit zurecht, denn ich fühle mich viel zu dick. Manche werden jetzt denken: die Alte hat Probleme.
Aber es ist halt in meinem Kopf.
Meine Denkweise ist: Unglücklich bin ich ja sowieso, also lieber extrem dünn und unhappy als normal und unhappy.
Und wenn ich wenigstens ganz ganz dünn bin, hab ich wenigstens etwas, dass mich aufbaut und auf das ich stolz sein kann.
Ganz bekommt man die Sucht halt nicht aus seinem Kopf.
Ich seh mich auch nicht so im Spiegel wie mich andere sehen. Ich seh nur Rollen und Speckfältchen und zu breite Hüften und Oberschenkel. Am liebsten würde ich öfters das Messer nehmen und mir diese "Probleme " einfach abschneiden. Wenn ich Geld hätte, wär das allererste dass ich mir Fett absaugen ließe und eine Ganzkörperstraffung machen würde. Kein Witz leider.
Ich finde mich an den meisten Tagen ziemlich hässlich. Das Einzige, was mir an mir gefällt, sind meine Tattoos und meine Schlüsselbeine. Weil diese halt zu sehen sind. Ich liebe es, Knochen zu sehen und spüren zu können. Ich bin wohl eine psychische Katastrophe auf zwei Beinen.
Haarausfall, Müdigkeit, schlechte Zähne und Erschöpfung blende ich da einfach aus.
Ich würde am liebsten sofort 10 Kilo abnehmen. Ich würde vor nichts zurückschrecken, ob Abnehmspritze oder Appetitzügler, scheissegal. Aber da fehlt das nötige Kleingeld.
Aber solange ich mir Schoki kaufe, geht dieser Plan wohl nicht auf. Und ich mimimie weiter über meinen Körper.
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