Verdursten
Ich will euch mal erklären, wie sich Suchtdruck anfühlt. Und da ist es egal, ob Alkohol oder Drogen, den Suchtdruck haben wir gemeinsam.
Manche glauben ja, dass wenn jemand ein Bier vor mir trinkt, ich über den Tisch auf sie zukraxle und ihnen den Alk aus der Hand reisse, um dann wie ein Gorilla auf meine Brust zu klopfen und mir das Bier über den Kopf zu leeren.
Wie Gollum, der sich nach dem Ring verzehrt.
Aber so ist es nicht. Wir können uns da schon beherrschen.
Es ist ein Irrglaube zu denken, dass der Suchtdruck immer dann kommt, wenn jemand vor uns trinkt.
Meistens kommt er schleichend. Du denkst dir zwar : WTF, warum hab ich den scheiß schon wieder? Aber wenns vorbei ist und du reflektierst, dann checkst du schon dass es ein paar Anzeichen gab und du nicht sorgsam warst.
Aber jetzt zum Erleben des Suchtdrucks bzw des Gefühls:
Stellt euch vor ihr seid in einer Wüste oder Steppe. Ihr habt nichts bei euch. Es ist heiss, 40 Grad und mehr, und die Sonne strahlt euch ins Gesicht. Nirgendwo gibt es Schatten.
Ihr wandert schon über 24 Stunden auf der Suche nach Wasser. Ihr seid noch klar im Kopf, aber mit jeder Stunde ohne Wasser vernebelt euer Hirn mehr und mehr. Und plötzlich seht ihr es. Eine Pfütze mit schlammigen Wasser. Ihr wisst, dass ihr das nicht trinken dürft, ohne es abzukochen. Denn sonst werdet ihr sehr sehr krank. Ihr habt aber weder was zum Feuermachen, noch die Kraft um weiter um frisches Wasser zu suchen. Also setzt ihr euch neben die Pfütze. Und mit jeder Minute, in die ihr ins schlammige Wasser seht, habt ihr nur mehr Durst. Ihr denkt nicht mehr an die Krankheiten, nur an eure absolut trockene Kehle.
Würdet ihr trinken ? Obwohl ihr wisst, dass es euch töten könnte?
Das ist Suchtdruck. Und deshalb ist jeder, der dagegen ankämpft, ein absoluter Kämpfer.
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