Schmerzen
Ich bin ein Mensch, der Schmerzen gut aushält. Rückenschmerzen und Knieschmerzen gehören zu meinem Leben, seit ich fast jeden Tag Palette nach Palette verräume. An das hab ich mich schon gewöhnt.
Die schlimmsten Schmerzen meines Lebens war neben der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung der körperliche Entzug. Der kalte war schon der Horror. Aber heute rede ich über den Entzug in der Psychiatrie. Denn es ist eine Lüge, dass wenn du ins Spital auf Entzug gehst, du es dir gemütlich machen kannst.
Ich kam mit fast 4 Promille auf die Station. Es gibt Entzugstabletten, aber die bekommst du nicht sofort. Ich musste bis 1,5 Promille "kalt" entziehen, damit sie mir die Tabletten geben konnten. Und das war heftig. Die Hölle.
Erstmal das Offensichtliche: das Zittern. Ich zitterte so stark, dass die Krankenschwester beim Blut abnehmen keine Vene erwischen konnte. Das ganze Bett hat stundenlang geklappert. Dann schwitze ich so stark, als hätte ich 40 Grad Fieber. Der ganze Alkohol verließ meinen Körper durch jede Pore. Den Gestank möchte ich mir nicht vorstellen.
Ich hatte Sehstörungen, manchmal sah ich ein paar Minuten lang nur schwarz. Das war fast besser als alles nur verschwommen zu sehen.
Wenn ich aufs Klo musste, robbte ich auf allen Vieren ins Bad. (aus Scham sagte ich niemanden vom Personal Bescheid.) Und ich musste kotzen. Tausendmal. Und nur Galle, ich hatte ja nichts mehr in mir. Ich versuchte eine SMS an meinen Chef und meine Schwester zu schreiben. Ich konnte keinen geraden Satz herausbringen.
Ihr kennt sicher das Gefühl, wenn ihr euch betrunken ins Bett legt. Ihr wollt die Augen zumachen und euch wird so wahnsinnig schwindelig. Das hatte ich über zwei Tage.
Schlafen war natürlich unmöglich.
Ich weinte, als ich meine erste Benzo bekam, als die Wirkung einsetzte. Und dann schlief ich durch, auch ca 2 Tage. Ich fühlte mich tot.
Also überlegt euch gut, ob ihr das tägliche Gläschen Wein oder Bier echt braucht.
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