trockenes Weihnachten

Mein zweites Jahr als trockene Alkoholikerin. 

Dieser Jahr weiss ich ja schon, was auf mich zukommt.

Die Heiligabende, als ich noch trank,  hatten immer den gleichen Rythmus.
Es war einer der Tage, wo man nicht mal so auffiel,  wenn man zu Mittag schon trank.

Die ersten Gläser Sekt wurden beim Weihnachtsbaum schmücken vernichtet.  Das war kurz vor Mittag. 

Zu Mittag selbst gab es nochmals Sekt. Am Nachmittag wurde Glühwein gekocht, und am Abend gab es Sekt, Wein und hin und wieder Eierlikör oder Schnaps.

Ich war selig, da ich dann ja nicht verstecken musste dass ich trank. Meine Familie war immer mit dabei. Ich glaube das war das Einzige, in dem wir uns zu Weihnachten einig waren. Den 24. überstehst nur mit Alkohol. 

Jetzt als trockene gibts gar keinen Alkohol mehr. Mein Vater trinkt entweder heimlich oder sauft sich im Wirtshaus einen Rausch an. Meine Mama und meine Schwester verzichten mir zuliebe.

Letztes Jahr war schon hart. Eigentlich wartete ich nur darauf, dass es Nacht wurde, denn in einer dysfunktionalen Familie Weihnachten zu feiern,  ist ganz schön anstrengend. 
Heuer bin ich schon geübter. Und hab mich schon mal drauf vorbereitet,  dass es nie so harmonisch zugehen wird wie in anderen Familien. 
Dieses Erzwungene macht mich sowieso krank im Kopf. Jeder tut so, als wäre alles bestens, dass man seine Familie plötzlich alle ohne Ausnahme liebt und keiner einen Fehler hat. Meiner Meinung nach ist dieses Verhalten auch der Grund, warum es dann an Weihnachten in so vielen Familien eskaliert. 

Der Vater wird nicht aufhören zu trinken, die Mutter wird nicht aufhören zu kritisieren,  die Verwandtschaft ist nicht plötzlich die allerbeste auf der ganzen Welt, nur weil Jesus geboren wurde.

Ich hab mich schon mal mit CBD Tropfen, Melatonin und Lasea eingedeckt, nur für den Fall der Fälle .

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