das bisschen Rest
Mein Lebensmotto war bis jetzt immer: auch der schlimmste Tag hat nur 24 Stunden.
Ob jetzt wegen Suchtdruck, Gefühlsexplosion, schlimme Arbeitsschicht, Wertlosigkeitsgefühle. Egal, du musst nur diesen Tag durchstehen.
In dieser Woche war jeder Tag ein schlimmer Tag. Einer ärger als der andere. Und wenn du beim 2ten Morgen merkst, dass diese Gefühle noch immer da sind, vergeht dir die Lust aufs Leben. (oder Überleben).
Der Höhepunkt war gestern Abend. Wenn du ganz am Boden bist, und dann noch mit einer unangenehmen Wahrheit konfrontiert wirst, setzt was aus. So als würde dein ganzes Kämpfen und Handeln der letzten Jahre wieder zunichte gemacht werden. Auch wenn es nicht böse gemeint war.
Resilienz, das fehlt mir. Ich habe kein Ventil, um die Dinge, die mich die letzten Tage zerstört haben, rauszulassen. Mein Fass ist rappelvoll, und jede noch so kleine Kritik, negative Wahrnehmung usw bringt es zum Überlaufen.
Und das Loch, dass ich früher mit Alkohol oder SV in den Fassboden gerissen habe, um ein kleines bisschen abzulassen, lässt sich jetzt ohne diese selbstzerstörerischen Maßnahmen nicht mehr reissen.
Jetzt stehe ich verzweifelt neben diesem Fass, und versuche mit einem Teelöffel was rauszuschöpfen, obwohl es immer weiter unaufhörlich tropft. Nichts hilft so sehr wie meine altbewährten Maßnahmen, auch wenn mich diese fast das Leben gekostet hätten.
Und es wird zu viel. Viel zu viel. Du willst dich nur verstecken, du willst nichts hören und nichts sehen, und gleichzeitig willst du mit deinen miesen Gedanken nicht alleine sein, weil dich diese dann immer mehr in den Abgrund zerren.
Das Leben mit Depressionen und Suchtkrankheit ist beschissen.
Weil es absolut höllisch weh tun kann.
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