Ich weiss es doch auch nicht

Das Spüren. Ich hasse es. Lange hab ich meine Gefühle mit Alkohol und Beruhigungsmitteln verdrängt. Und seit ich trocken bin, hab ich absolut keine Kontrolle mehr darüber. In einem Moment bist du fast glücklich,  denkst, dass dein Leben ja eigentlich ganz schön ist.  Im nächsten Moment könntest du gegen den nächsten Baum fahren. Und nichts, absolut nichts hilft dagegen.  Du musst es aushalten.  Warten, bis diese elenden Minuten oder Stunden vorbei sind. 

Meistens bin ich abends so weit, dass ich denke, dass nichts mehr Sinn macht.
So wie heute. Ein echt angenehmer Vormittag mit meiner Nichte, dann den ganzen Nachmittag GoT geschaut. Zuletzt Kürbis schnitzen mit meiner Schwester und den Kleinen. Und irgendwann,  ohne jeden ersichtlichen Grund, schreit mein Kopf STOPP. ZU VIEL. ZU LAUT. UND KEIN ALKOHOL DA.
Und dann ist er Tag für mich vorbei.
Ich könnte mir jetzt noch einen schönen entspannten Abend machen, aber ich bin mir Dank dieser Gefühlsachterbahn selbst so zuwider, dass ich mir meine Tabletten reinhaue, um schlafen zu gehen. 
Und dann denk ich mir jedes Mal: Ist das jetzt für immer so? Kann mein Kopf keine Ruhe geben? Kann ich nicht einfach normal sein? 
Wie soll ich das noch 20 Jahre (hoffentlich nicht länger) durchstehen bis ich tot umfalle?

Meine Freunde sind unterwegs, haben Spaß, trinken ihr Feierabendbier. Und ich lieg im Bett und will, dass es endlich aufhört. Und jeder, der sagt: Du kannst doch! Geh raus! Hab ohne Alkohol Spaß! Dem würde ich gerne meine Erschöpfung abgeben. 
Das Fühlen. 
Es ist zu viel. 

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