"Dahinleben"
So lebte ich. Dahin 😅 Aber ich sah manchmal schon, dass es mir besser ging.
Einige Dinge fielen mir immer leichter. Wie zum Beispiel Telefonate. Die hab ich nur geführt, wenn ich was intus hatte. Jetzt krieg ich nicht mal mehr Herzklopfen.
Ich hab auch gelernt, nicht alles gleich auf mich zu beziehen. (Ok, ich bin noch dabei)
Die Kundin raunzt mich an? Blöde Kuh denken, und weitermachen. Ich bekomme einen bösen Blick einer Kollegin? Ja ja, hab dich auch lieb. Über mich wird im Pausenraum geredet? Viel Spaß dabei, es lästert ja eh jeder über jeden irgendwann.
Das ging früher mit dem Alkohol nicht. Da war ich dauergestresst und immer, WIRKLICH IMMER, extrem sensibel. Magenprobleme, Kopfweh und Schlaflosigkeit waren die Folgen davon. Ich kann öfters Nein sagen, und nehme mir gezielt Zeit für mich, wenn ich merke, dass es mir zu viel wird. Ich kann auch auf Feste gehen, wo ich weiss, dass mein Sirznachbar eventuell trinken könnte. Das sind mal ein paar Beispiele der Dinge, die sich ganz langsam und leise in mein Leben begaben und es positiver erscheinen lässt.
Was mir aber noch sehr unangenehm ist, sind soziale Kontakte außerhalb der Arbeit. Eine alte Freundin besuchen, oder mit einem Freund mal allein essen gehen, das ist für mich ein Graus😅 nicht weil ich diese Personen nicht gern habe, aber da kommt dann meine soziale Angst ins Spiel. Ich hab dann immer Angst davor, zu viel von mir preiszugeben, oder den anderen zu langweilen, ihn mit meiner Geschichte zu bestürzen oder das Schlimmste- kein Gesprächsthema mehr zu haben und zu schweigen. Ich habe immer noch das Gefühl, immer etwas leisten zu müssen, um gemocht zu werden, auch wenn es nur ums Reden geht sodass keine Pausen entstehen. Dieser Teil von mir wurde wahrscheinlich durch die Kindheit geprägt. Du machst nichts, du bist nichts. Man mag dich nur, wenn du zu allem Ja und Amen sagst. Und glaubt mir, diese verdammten Anteile in mir zu akzeptieren (die kann man leider nicht löschen)ist echt scheiss schwer. Ich verzweifle regelmäßig in der Therapie 😅Auch mit meinem inneren Kind habe ich oft zu kämpfen, und oft würde ich es am liebsten schütteln. Aber ja, kämpfen und weitermachen. Wie bisher. Tag für Tag, und hin und wieder von Minute zu Minute.
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