Der Weg in die Psychiatrie
Am nächsten Tag machte ich weiter wie bisher, ausser dass ich noch mehr trank als jemals zuvor Ich verdrängte den Gedanken an die Demütigung, die ich die Nacht zuvor erlebt hatte.
Diese Urlaubswoche verbrachte ich mit Trinken, Schlafen und Einigeln.
Am Montag ging ich dann wie gewohnt zur Arbeit.
2 Stunden später hatte ich ein Gespräch mit meinem Chef. Ich konnte nicht mehr, ich war nicht nur am Ende, ich war kurz vorm Tod.
Er gab mir drei Möglichkeiten: entweder er rief die Rettung, ich rief jemanden aus meiner Familie an, oder er würde mich in die Psychiatrie in Tulln führen.
Er gab mir kurze Bedenkzeit, in der er das Büro verließ. Vor lauter Rausch und Erschöpfung schlief ich am Tisch ein.
Als er wieder reinkam, hatte ich daher noch niemanden angerufen. Das hätte ich auch nicht gemacht. Wen auch? Meinen betrunkenen Vater oder meine Mutter, die mir die Hölle heiß gemacht hätte? Meine Schwester war an diesem Tag arbeiten. Sonst hatte ich niemanden, der von meiner Sucht wusste.
Also kniete mein Chef sich vor mich, sah mich an und sagte: wir fahren jetzt nach Tulln, du und ich gemeinsam, ok? Ich lass dich nicht mehr alleine heimfahren.
Ich konnte nicht mehr, war kurz vorm absoluten Nervenzusammenbruch. Also sagte ich ja. Er rettete mir mit seiner Hilfe das Leben, das werde ich ihm nie vergessen und kann es auch niemals wieder gut machen.
Ich nahm meine Tasche, er sagte meinen Kollegen Bescheid, und wir gingen zu seinem Auto. Erstaunlich, dass ich das meiste noch weiss.
Ich sagte auf der Fahrt nur einen Satz zu ihm. " Ich hab Angst ."
Als wir in Tulln ankamen, hakte er mich unter und wir gingen gemeinsam rein.
Er wartete am Ausgang, während ich mich anmeldete. Ob er was vom Gespräch mitbekam, weiß ich bis heute nicht.
Als ich die Papiere zur Aufnahme bzw Kontrolle hatte, sagte er mir noch, dass ich ihn anrufen soll wenn ich fertig bin, er würde mich wieder holen.
Ich verabschiedete mich und machte mich auf den Weg zur Akutpsychiatrie. Ich verlief mich, und ich dachte, eine Panikattacke zu bekommen. Also ging ich auf die nächste Toilette. Danach brach ich zusammen und knallte bewusstlos am Boden auf.
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